Kleidung, Freiheit, Identität – gestern und heute

Ob vor dem Kleiderschrank oder beim Kleiderkauf – täglich treffen wir folgenreiche Entscheidungen. Wie Kleidung hergestellt wird und auf welche Weise Mode dann vermarktet wird, betrifft uns alle. Dabei bedeutet Mode nicht nur Schutz und Bedeckung. Allein die Frage, „wer die Hosen anhat“, bestimmte über Jahrhunderte das gesellschaftliche Zusammenleben und ist nur ein Beispiel dafür, dass die Art, wie sich Menschen kleiden, soziale Rollen und Identitäten definiert, Zugehörigkeit oder Abgrenzung stiftet und Individualität oder Anpassung ausdrücken kann.

Seit Januar 2020 stehen die verschiedenen Zusammenhänge zwischen Kleidung, Freiheit und Identität im Zentrum einer Programmreihe. Dabei geht es um den Blick auf das Alltägliche, um Umbrüche in der Geschichte, Mode und Gesellschaft in der Gegenwart, um handwerklich-kreative Aspekte, regionale sowie globale Zusammenhänge: Wie frei ist die Mode, welchen Einflüssen unterliegt sie? Wie steht es um die sogenannte Konsumfreiheit? Ist Mode politisch? Kann Mode gar gesellschaftliche Veränderungen befördern? Kann man Gleichberechtigung und Demokratisierung an Mode ablesen? Welche Unfreiheiten bestehen im globalen Handel mit Kleidung und welche Alternativen gibt es? Welche Rolle spielt Mode bei der Konstruktion von Identität, kann Mode integrieren?

Fast-Fashion-Protest, Foto: Willikonsky

Kleidung, Freiheit, Identität im August

Im August stehen Partizipation und Interaktion im Fokus der Veranstaltungen. Jugendliche und Erwachsene begeben sich in einem Workshop in Hattersheim auf die Suche nach Geschichten zum Thema „Freiheit und Kleidung“. Im Klingspor Museum Offenbach werden Stoffgeschichten erforscht, japanische Tätowierungen präsentiert und Interviews zu persönlichen Kleidungsstücken geführt. Die Tour des neuen „Mobilen Kleiderschranks“ beginnt im Wetterau-Museum Friedberg, wo der Einfluss der Rock’n’Roll-Kultur um Elvis Presley auf die Jugendkultur der 1960er Jahre untersucht und ausgestellt wird. Neben Atelier- und Künstler*innengesprächen findet im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte zudem die Gesprächsreihe „Frankfurt erzählt“ statt, die sich an einem Abend der Frankfurter Jugend in den Jahren um 1960 widmet. Eine Foto-Ausstellung von 12 Künstler*innen im Stadtmuseum Hofheim behandelt das Thema „Identität“ im Fokus von Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Monatsprogramm August 2020

Download Programmheft 1/2020

pixabay/Thomas Wolter

Projekte der Kulturellen Bildung

An sieben Orten in der KulturRegion befassen sich Jugendliche, Familien und intergenerative Gruppen in mehrtägigen Workshops mit "Kleidung, Freiheit, Identität" und bringen mit unterschiedlichen ästhetischen Mitteln ihre eigenen Perspektiven zum Ausdruck.

1./2. August 2020, Hattersheim am Main
Biografische Zugänge zu Kleidung
In Kooperation mit dem Kulturforum Hattersheim e. V. und dem Stadtteilbüro Hattersheim

3.-7. August 2020, Rodgau
Identität und Kleidung
In Kooperation mit dem Jugendbildungswerk Kreis Offenbach und Rodgau 16Plus

8./9., 15. August 2020, Offenbach am Main
Dein persönliches Kleidungsstück der Freiheit
In Kooperation mit dem Klingspor Museum und dem Haus der Stadtgeschichte Offenbach

Grafik: Kathrin Baumgartner
Zarah Scheiderer vor ihrer Arbeit in der Walter-Passage, Foto: Jana Bissdorf
Hannah von Eiff erläutert ihre Arbeit "Date" bei Friseur KP Ochs, Foto: KulturRegion

"Window Shopping" - Schaufenster-Ausstellung

1.-12. Juli 2020, Innenstadt Offenbach am Main
Studierende im Lehrgebiet Bühnenbild/Szenischer Raum an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach entwickeln künstlerische Positionen zum Thema „Kleidung,
Freiheit, Identität“, die in Ladenlokalen und Schaufenstern in der Offenbacher Innenstadt auftauchen - dort, wo auch Kleidung ver-, gekauft und zur Schau gestellt wird.
Arbeiten von Tessa Bode, Sabrina Bock, Jihyun Choi, Hannah von Eiff, Chengtian Luo, Emerson Martus, Viviane Niebling, Zarah Scheiderer, Michael Schmidtmann und
Nadine Wagner. Im Rahmen der HfG-Interventionen vom 1. bis 12. Juli im öffentlichen und digitalen Raum.

Mittwoch, 1. Juli 2020, 17.30—19 Uhr
Dezentraler Ausstellungsrundgang
Studierende erläutern ihre Arbeiten vor den Schaufenstern

Kooperationsprojekt von Hochschule für Gestaltung, KulturRegion und Amt für Kulturmanagement der Stadt Offenbach
Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung der Sparkasse Offenbach, die Freunde der HfG Offenbach, Offenbach offensiv e. V. und die teilnehmenden
Geschäfte
:
Friseur KP Ochs, Bieberer Str. 1–7 und Berliner Str. 109
KOMM Center, Aliceplatz 11
Walter-Passage, Frankfurter Str. 13
Apotheke zum Löwen, Frankfurter Str. 35
Schwanen Apotheke, Marktplatz 8
Koffer Roth, Marktplatz 14
Schuh Pauthner, Herrnstr. 7
Briefmarken Nickl, Kaiserstr. 30
Jeans Express, Große Marktstr. 13
An den Standorten in der Innenstadt, im Stadthaus und Rathausfoyer ist ein
Flyer erhältlich.