Newsletter Route der Industriekultur Juli 2024

*|MC:SUBJECT|*
Frankfurt am Main, 4. Juli 2024
www.krfrm.de

Liebe Freund*innen der Industriekultur Rhein-Main,

für alle, die nach der Fußball-EM in Festival-Laune bleiben möchten, bieten in Frankfurt der Kultursommer in der Milchsackfabrik und der Westside Summer umfangreiche Veranstaltungsprogramme an einzigartigen Orten. Darüber hinaus reichen die Erlebnisangebote im Juli von der Kunstausstellung im Landesmuseum bis zum Yogakurs im Steinbruch. Einen besonderen Fokus auf unsere Industriekultur-Landschaft werfen wir in diesem Monat wieder mit dem Objekt des Monats und dem Erlebnisort. Beachtenswert ist auch das Ehrenamt in der Indusriekultur, für das der Nassauische Touristik-Bahn e.V. zu Wort kommt, dessen Mitglieder sich für die Geschichte und die Zukunft der Aartalbahn einsetzen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen, spannende Entdeckungen und interessante Begegnungen.

Ihr Team der „Route der Industriekultur Rhein-Main“

 
 © Ernest Stephen Lumsden, Forth Bridge (Detail), 1909, Hessisches Landesmuseum
 
Darmstadt: Mittwoch, 10. Juli, 18 Uhr
Graphic Revival. Natur, Mensch und Industrie
in England um 1900

Führung mit Dr. Mechthild Haas

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt verfügt durch eine Schenkung aus dem Jahr 2022 über mehr als 100 Werke der epochemachenden englischen Malerradierkunst. Die Ausstellung Graphic Revival zeigt 75 Werke von 28 Künstler*innen. Die ausgestellten Radierungen zeigen motivisch interessante Bezüge zur Industriegeschichte des 19. Jahrhunderts, als Dampfmaschine und Schwerindustrie Mittelengland in das sogenannte Black Country verwandelten. Damit begann vor gut 150 Jahren die grenzenlose Ausbeutung fossiler Energien und der ungebremste Anstieg des CO2 in der Atmosphäre. In den Kunstwerken wird dieser tiefgreifende Wandel durch die Verwendung starker Gegensätze deutlich. Neben das Schwarz-Weiß oder Hell-Dunkel der Radiertechnik treten Extreme wie Groß und Klein, Leere und Überfüllung, Nähe und Ferne.

Ort: Hessisches Landesmuseum, Friedensplatz 1, 64283 Darmstadt
Kosten: 2 € zzgl. Museumseintritt

Info und Anmeldung: Website des Landesmuseums

 
 © Nassauische Touristik-Bahn e.V., Wiesbaden

Wiesbaden-Dotzheim: Samstag, 13. Juli, 11 bis 17 Uhr
Dotzheimer Bahnhofsfest

Großer Bahnhof in Dotzheim! Auch in diesem Jahr öffnet der Museumsbahnhof WIesbaden-Dotzheim seine Tore mit zahlreichen Attraktionen. Neben Draisinen-Fahrten gibt es Führungen in die historischen Fahrzeuge der Nassauischen Touristik-Bahn und durch das Stellwerk. Mit einem Hubsteiger kann das Gelände aus luftiger Höhe erkundet werden und die Freiwillige Feuerwehr Dotzheim präsentiert Löschübungen.

Für die Geschichte und die Zukunft der Aartalbahn setzt sich der Nassauische Touristik-Bahn e.V. ein, den wir in diesem Monat in der Rubrik Ehrenamt in der Industriekultur vorstellen.

Ort: Aartalbahn-Infrastrukutr gGmbH, Moritz-Hilf-Platz 2, 65199 Wiesbaden
Eintritt frei
Info: Website der Nassauischen Tourismus-Bahn

 
 © Freunde des Steinbruchs Michelnau e.V.

Nidda-Michelnau: Sonntag, 14. Juli, 10 Uhr
Auf den Spuren von 150 Jahren Tagebau
Führung durch den Steinbruch

Der Steinbruch in Nidda-Michelnau (Wetteraukreis) ist ein in der Region einzigartiges Erlebnis. Über 150 Jahre lang wurde hier der in der Region markante Michelnauer Tuff abgebaut. Dank ehrenamtlichen Egenagements ist der Ort heute ein einzigartiges Industriedenkmal und ein vielbelebtes Biotop. Die Führung eröffnet einen Blick auf die wechselvolle Geschichte des Steinbruchs.

Am 19. Juli wird es erstmals eine öffentliche Yoga-Stunde auf der Aussichtsplattform geben. 

Ort: Steinbruch Nidda-Michelnau, Link zu Google Maps
Kosten: 7 €, erm. 3,50 €
Infos zur Führung und zur Yoga-Stunde: Website des Steinbruchs Michelnau e.V.

 
© KulturRegion/Kay-Hermann Hörster

Frankfurt a. M.: Freitag, 19. Juli bis Freitag, 30. August
Westside Summer
Hafen-Festival

Im Sommer 2024 wird sich das Griesheimer Mainufer, umgeben von Industriekultur, altem Kran und wildem Fluss, erneut zur WESTCOAST verwandeln. An sieben aufeinander folgenden Wochenenden wird die ehemalige Industrieanlage zu einer lebendigen Festival-Stätte mit Freiluftkino, Konzerten, Kids-Workshops, Lesungen und Kulinarik. Das vielfältig Rahmenprogramm besticht durch drei Themenschwerpunkte, Mitmach-Aktionen, DJs und vieles mehr. Der Westcoast-Spirit entfaltet sich am Sternenhimmel, in bewegten Bildern, bei Gesprächen an den Bars, bei Tanz, im Sport und durch Bewegungen am Fluss. 

Ort: Frankfurt Westcoast, Stroofstraße Höhe 35, 65933 Frankfurt am Main
Info zu Kosten und Anmeldung: Website der Frankfurt Westside
 
 © KulturRegion/Alexander Paul Englert

Frankfurt a. M.: Donnerstag, 25. Juli, 18 Uhr
Führung auf der "Frankfurter Reeperbahn"
Geländeführung

Hätten Sie es gewusst? Der norddeutsche Begriff "Reeperbahn" steht für die sogenannte Seilerbahn, also eine Produktionsstätte von Seilen. Die Führung wirft einen Blick auf die Geschichte der ehemaligen Seilerei Reutlinger und zeigt wie aus den ehemaligen Produktionsanlagen und Hallen ein lebendiger und kreativer Ort für Kunst, Kultur, Musik und Gastronomie geworden ist.

Treffpunkt: Alte Seilerei, Offenbacher Landstraße 190, 60599 Frankfurt .
Kosten: 16 €
Info und Anmeldung:
Website der Alten Seilerei
 
© Milchsackfabrik Frankfurt a. M.

Frankfurt a. M.: Samstags, 27. Juli, 3. und 17. August, jew. 14 bis 21 Uhr
Hitzefrei! Kultursommer in der Milchsackfabrik
Open Air Festival

An drei Samstagen bietet das Gelände der ehemaligen Farbenfabrik Märkte, Live-Musik und Familienangebote. Das Sound-Spektrum reicht von Indie-Pop über Post-Punk bis zu Alternative R’n’B. Für Kinder gibt es ein eigenes Angebot auf dem Kidsfloo. Als besonderes Highlight wird es für alle Interessierte einen Pflanzentausch in der Laube geben. Am 27. Juli gibt es zudem eine Mini-Ausgabe des beliebten Farbenfabrik-Flohmarkts mit allerlei Second Hand, Design, Kunst und alten Schätzen.

Ort: Farbenfabrik Dr. Carl Milchsack e.V., Gutleutstraße 294, 60327 Frankfurt a. M.
Kosten: Soli-Eintritt
Info und Tickets: Website der Milchsackfabrik

 
© KulturRegion/Kay-Hermann Hörster
 
Vor dem Abstellgleis gerettet: Bahnhof Eppstein

Der Bahnhof von Eppstein zeigt beispielhaft wie Kulturguterhalt und sinnvolle Nachnutzung gelingen können. Nach jahrelangem Leerstand wurde das repräsentative Gebäude bis zum Jahr 2016 wieder hergerichtet und zum Stadtbahnhof umfirmiert. Heute dient der 1905 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Bahnhof als Haltestelle der S-Bahn Rhein-Main. Er beherbergt das Bürgerbüro der Stadt mit Mobilitätstzenrale und eine Gastronomie.

Monika Rohde-Reith vom Stadt- und Burgmuseum sagt: "Eppsteins Stadtbahnhof ist nicht nur Verkehrsknotenpunkt, ist nicht nur ein Bereich des Transits, des Ankommens und Abreisens: er ist ein freundlicher Empfangsbereich, ein Ort zum Verweilen, ein Treffpunkt mit Erlebnischarakter und ein Servicecenter geworden."

2018 kürte das Schienenbündnis Allianz pro Schiene die Anlage zum Bahnhof des Jahres.


Mehr zum Objekt: Wissenskarte auf der Website der KulturRegion
 
Foto: Museum für Kommunikation, Depot Heusenstamm/Tim Wegner
 
Die Welt der Kommunikation im Hochregal

Was nicht passt, wird passend untergestellt. Das Frankfurter Kommunikationsmuseum verfügt über eine Vielzahl von Großobjekten die es in seinem Depot in Heusenstamm (Kreis Offenbach) verwahrt. Auf 15.000 Quadratmetern finden sich allerlei Objekte zur Geschichte der Komuniaktion. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der elektrischen und elektronischen Kommunikation: Telegrafie, Telefonie, Funk, Rundfunk, Fernsehen sowie Computer und Internet. Zu den sehenswerten Großobjekten zählen neben den Postkutschen und Kraftfahrzeugen auch Briefverteilanlagen und andere Anlagen aus der Brief- und Paketlogistik.

Die Sammlung ist sehenswert und wird deshalb verwahrt aber nicht verschlossen. Das Depot kann an jedem ersten Freitag im Monat im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Weitere Informationen: Website des Museums
 
© Nassauische Touristik-Bahn e.V., Wiesbaden

Die Zukunft auf die Schiene bringen
Der Nassauische Touristik-Bahn e.V.


Nachdem 1986 die Aartalbahn auf der Strecke zwischen Wiesbaden und Diez eingestellt wurde, gründeten Eisenbahnbegeisterte einen Verein, um die Eisenbahn als Verkehrsmittel in der Region lebendig zu halten. Mit Herzblut und Engagement bewahrt der Nassauische Touristik-Bahn e. V. seit fast vierzig Jahren die Geschichte der Aartalbahn, indem er das materielle Kulturgut bewahrt, das in der Strecke, in Eisenbahngebäuden und dem Fuhrpark überliefert ist. Für die Bewältigung dieser aufwändigen und kostspieligen Arbeiten hat der Verein sogar eine gemeinnützige GmbH gegründet, welche den hessischen Streckenabschnitt seit 2014 von der Deutschen Bahn AG gepachtet hat. Der ganze Stolz: zwei Dampflokomotiven und drei Dieselloks, die auf Sonderfahrten auf anderen Strecken eingesetzt werden.

Bis heute gilt das Interesse der Ehrenamtlichen jedoch nicht nur einer lebendigen Erinnerungskultur. Ein besonderes Anliegen ist ihnen darüber hinaus die Reaktivierung der Strecke für den Tourismus- und Reiseverkehr. Damit treffen die ehrenamtlichen Eisenbahner*innen einen Nerv der Zeit.


Vollständiger Beitrag: Website der KulturRegion
 
Projektleiter Kay-Hermann Hörster im Austausch mit den Kolleg*innen auf der Zeche Zollverein
© Berliner Zentrum Industriekultur bzi/Jula Kugler

 

Impuls der Route der Industriekultur Rhein-Main auf der Weltkulturerbestätte Zeche Zollverein

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich die Route der Industriekultur Rhein-Main in einem Netzwerk auf Landes,- Bundes- und Europaebene fest etabliert. Gemeinsam mit unseren Partner-Organisationen erarbeiten wir aktuelle Themen. Wie das Ehrenamt in der Industriekultur gestärkt und fit für die Zukunft gemacht werden kann, war deshalb auch Thema eines Workshops, zu dem die Route Industriekultur Ruhr anlässlich ihres 25. Jubiläums und das Berliner Zentrum Industriekultur bzi auf die Zeche Zollverein eingeladen hatten. Den Impuls zum Auftakt lieferte die Rhein-Main-Region. Im Anschluss wurden Strategien und Maßnahmen diskutiert. To be continued!

Gute Projekte brauchen Mittel - Ihr Engagement hilft!

Sie möchten die KulturRegion und ihre Projekte mit einer Spende unterstützen? Wir freuen uns über Ihr Engagement. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar, da die KulturRegion gemeinnützig arbeitet.

Kontakt: spende@krfrm.de
Kontoinhaber: KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbh
IBAN: DE32 5125 0000 0112 0010 00