"Wer gute Schokolade liebt, freut sich, dass es Sarotti gibt" lautete ein Slogan der Sarotti-Schokolade. Bekanntheit erlangte die Süßgikeit durch die Werbefigur des so genannten "Sarotti-Mohr", den heutigen Sarotti-Magier. Weniger bekannt allerdings ist, dass die Schokolade bis 1994 in Hattersheim hergestellt wurde. Den Anfang machte die 1884 gegründete Maingau-Zuckerfabrik, die bis 1912 existierte und deren Werk kurzzeitig während des Ersten Weltkriegs der Produktion der Chemischen Fabrik Maingau diente.
1922 erwarb die Frankfurter Otto & Quantz GmbH das Werksgelände und richtete eine Lebensmittelfabrik zur Herstellung von Schokolade nach Schweizer Rezeptur ein. 1928 fusionierte das Unternehmen mit der vom Bodensee stammenden Linda-Gesellschaft für kondensierte Milch und Kindermehl mbH zur Deutschen Aktiengesellschaft für Nestle-Erzeugnisse. Zur gselben zeit übernahm Nestlé die in Berlin ansässige Sarotti GmbH, die ein Jahr später das Werk in Hattersheim erwarb.
Ab den 1950er Jahren entwickelte sich die Schokoladenfabrik zu einem der größten Arbeitgeber im heutigen Main-Taunus-Kreis. Das florierende Unternehmen förderte über Jahre hinweg städtebauliche und kulturelle Projekte wie etwa den Bau des Freibads. Mit der Verlagerung der Prouduktion nach Berlin wurde der Standort 1994 geschlossen.
Von der einstigen Schokoladenfabrik zeugen heute die wenigen noch erhaltenen und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude: der aus dem Jahr 1884 stammende Schornstein, das Werkstattgebäude von 1925 und der Pförtnerpavillon aus den 1950er Jahren. Seit 2007 sind Teil eines Wohn- und Gewerbequartiers, das in seinem Namen "Sarotti-Center" sowie den Straßenbezeichnungen und der architektonischen Einbindung der historischen Bauwerke an die Geschichte der Schokoladenfabrik erinnern.
Das zentrale Gebäude ist die 1925 errichtete Werkhalle. Sie war ursprünglich mit einer Schreinerei und einer Transformatorenstation ausgestattet, die eine zentrale Elektrizitätsversorgung regelte. Die Architektur orientiert sich am Reformstil des beginnenden 20. Jahrhunderts: Die zweigeschossigen Eckpavillons und der eingeschossige Mitteltrakt sind durch glatte Gesimse und abwechslungsreich gruppierte Fenster gegliedert. Um einen gläsernen Neubau erweitert, beherbergt der Bau seit 2023 das Hattersheimer Stadtmuseum mit Abteilungen zur Stadt- und Industriegeschichte.
Stand: 2025
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