Offenbach am Main: Stadtverordnetensitzungssaal im Rathaus

Im 1971 eingeweihten und seit 2006 denkmalgeschützten Offenbacher Rathaus residieren die Stadtverordneten als Sockel unter dem markanten, 15 Stockwerke umfassenden Dreiecksturm der Stadtverwaltung. Die zentrale Lage war bewusst gewählt, sie verlieh dem Willen zur städtebaulichen Neugestaltung sichtbaren Ausdruck. Der Stadtverordnetensitzungssaal nimmt im Gebäudekomplex eine architektonisch hervorgehobene Position ein: Ihm ist ein eigener Anbau gewidmet, der mit dem übrigen Rathaus verbunden ist.

Das gesamte Ensemble wurde in den zurückliegenden Jahren aufwändig saniert, zuletzt der Stadtverordnetensitzungssaal selbst: Aufgrund großflächig verarbeiteten Polychlorierten Biphenylen (PCB) war eine Schadstoffsanierung notwendig. Sämtliche Schichten des Betons mussten mit einem Abbeiz- und Trockeneisverfahren bearbeitet werden. Auf den ersten Blick hat sich in dem Saal im Stile des Brutalismus, in dem die Stadtverordneten seit August 2025 wieder tagen, wenig verändert. Jedoch ist im Rahmen der Sanierung die Medientechnik auf den neuesten Stand gebracht worden: Im Doppelboden verbergen sich meterweise Netzwerkkabel, dazu sind 42 Bodentanks und eine Gehörlosenschleife eingerichtet worden.

Die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung werden per Live-Stream übertragen – und das Stadtverordnetenbüro bietet sogar einen Live-Ticker an. Die städtischen Ausschüsse tagen in der Regel in kleineren Räumen des Rathauses.