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Kronberg im Taunus: Sitzungssaal im Rathaus

Im Juni 1922 bezog die Kronberger Stadtverwaltung die „Villa Bonn“. In der repräsentativen Empfangs- und Festhalle des neuen Rathauses tagte fortan die Kronberger Stadtverordnetenversammlung. Zuvor verfügte das zentrale demokratische Gremium der Stadt über keinen eigenen Sitzungsort, sondern kam in einem Gasthaus oder Schulgebäude zusammen. Annähernd ein Jahrhundert lang stand der imposante holzgetäfelte Saal mit Empore den Stadtverordneten zur Verfügung, bevor 2020 die Versammlungen des lokalen Parlaments in die Stadthalle verlagert werden mussten. Der Sitzungssaal im Rathaus konnte den benötigten (technischen) Anforderungen nicht mehr genügen.

Die Villa war Anfang des 20. Jahrhunderts im Auftrag des Frankfurter Bankiers Wilhelm Bonn im Stil des Historismus errichtet worden, ausgestaltet mit Elementen des Jugendstils. Seit den 1860er Jahren nutzte die Familie Bonn das Anwesen als Sommerresidenz. Ihrer Wohltätigkeit wegen waren die Familienmitglieder hoch angesehen in der Stadt, was etwa in Ehrenbürgerschaften und einer Straßenbenennung (Wilhelm-Bonn-Straße, 1907) ihren Ausdruck fand.

Seit 1922 befindet sich im ehemaligen Speisesaal der Villa das Büro des Kronberger Bürgermeisters, die einstige Küche dient ihm als Vorzimmer. Im pittoresken Sitzungssaal tagen nach dem Auszug der Stadtverordnetenversammlung weiterhin Ausschüsse und Beiräte, darunter der Ausländerbeirat.