Groß-Gerau: Georg-Büchner-Saal im Kreishaus

Im Zuge von Um- und Neubauten des Landratsamts Groß-Gerau entstand der 2006 eingeweihte Parlaments- und Konferenzbau. Der auffällige Kubus ist dem Verwaltungsriegel des Landratsamts vorgelagert und symbolisiert so die Trennung zwischen Verwaltung und politischem Diskurs.

Im ersten Stock des Gebäudes befindet sich der 380 m² große Georg-Büchner-Saal, in dem regelmäßig der Kreistag des Landkreises Groß-Gerau mit seinen 71 Mitgliedern tagt. Auch Ausschüsse des Kreises, wie etwa der Haupt- und Finanzausschuss, kommen hier zusammen, diskutieren und bereiten Entscheidungen vor. Der Plenarsaal öffnet sich mit seiner raumhoch verglasten Fassade nach außen – als ein sichtbares Zeichen für Offenheit, Transparenz und Bürgernähe. Das Gebäude gilt in der Region als Paradebeispiel dafür, wie Verwaltungsbauten durch gezielte, gläserne Erweiterungen demokratisch geöffnet werden können. Im Erdgeschoss befinden sich vier weitere Räume, die von politischen Gremien des Kreises (Kreisausschuss, Fraktionen, Arbeitsgruppen) genutzt werden und darüber hinaus für andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Auch der repräsentative Georg-Büchner-Saal wird ganz bewusst nicht nur für die Kreistagssitzungen verwendet: Regelmäßig werden darin der Kulturpreis des Landkreises sowie der Come-Together-Preis für Demokratie und Menschenrechte verliehen; es finden darin weitere Ehrungen, Konzerte, Lesungen, Tagungen und Podiumsdiskussionen sowie Uraufführungen der BüchnerBühne statt. Georg Büchner (1813–1837), Literat, Mediziner und Revolutionär, der für Bürger- und Freiheitsrechte kämpfte, stammte aus Goddelau (heute Kreis Groß-Gerau).