Schon seit Beginn des 15. Jahrhunderts befand sich die Verwaltung der Stadt Frankfurt in repräsentativen Bürgerhäusern im Zentrum der Stadt, am Römerberg. Der – über Jahrhunderte gewachsene – Rathausblock ist unter dem Namen „Römer“ bekannt. Hier tagte traditionell auch die Stadtverordnetenversammlung. Ein Ende des 19. Jahrhunderts errichteter Rathausneubau wurde im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört, wie die gesamten Fachwerkbauten und große Teile der Frankfurter Altstadt.
Mit dem Wiederaufbau Anfang der 1950er Jahre fasste man die einzelnen (architektonisch verschiedenen) Gebäude innerlich zu einem einzigen Komplex zusammen. Der einst prachtvolle Ratssaal im sogenannten Bürgersaalgebäude wich einem modernen Plenarsaal, dem heutigen Sitz der Stadtverordnetenversammlung. Bei der Ausgestaltung rückten Werte wie Transparenz und Bescheidenheit in den Vordergrund. Durch Einzug eines zusätzlichen Stockwerks konnten Magistrat und Stadtverordnetenversammlung zukünftig in einem Gebäude untergebracht werden. Äußerlich wurden die Häuser weitgehend unverändert restauriert.
Im Dezember 1963 begann im Plenarsaal der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess, der im weiteren Verlauf – wegen des großen Andrangs – in den neuen Saalbau Gallus verlegt wurde. Ende der 1980er Jahre erhielt der Saal im Wesentlichen sein heutiges Antlitz. Die Debatten der Stadtverordnetenversammlung sind öffentlich und können von der Besuchertribüne aus beobachtet werden.
„Das Herz der Stadt hat drei Kammern: eine ist dieser Plenarsaal. Die zweite: die Paulskirche, Geburtsort der Demokratie. Aus den Fenstern des Plenarsaals sehen wir sie. Tritt man vom Rathaus auf den Römerberg, sieht man den Dom: Eine Mahnung jenen, die im Plenarsaal um Gutes für die Menschen ringen.“
Claudia Korenke, Stadtverordnetenvorsteherin
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