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Aschaffenburg: Großer Sitzungssaal im Rathaus

Das Rathaus der Stadt Aschaffenburg, gebaut in den Jahren 1956 bis 1958, gehört zu den bedeutenden Nachkriegsarchitekturen. Bereits 1947 hatte der Stadtrat einen Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben. Nach Plänen des Architekten Diez Brandi (1901–1986) entstand ein prägnanter siebengeschossiger Kubus. Vom angrenzenden Verwaltungsbau mit drei Geschossen setzt sich das Gebäude mit dem Sitzungssaal baulich ab. Es steht an der Stelle des alten Rathauses, das im Jahr 1790 im klassizistischen Stil errichtet worden war.

Im Zweiten Weltkrieg waren Teile des Gebäudes zerstört worden. Das neue Sitzungssaalgebäude ließ der Architekt in enger Anlehnung an die ursprüngliche Fassade errichten. Im Inneren zeigt sich die klassische Aufteilung mit hallenartigem Foyer und repräsentativem Aufgang zum Großen Sitzungssaal im Obergeschoss. Dieser ist mit flächendeckenden Wandmalereien von Hermann Kaspar (1904–1986) ausgestattet. Die opulente künstlerische Gestaltung demonstriert die Wertschätzung städtischer Demokratie. Ihre Motive greifen Symbole des städtischen Gemeinwesens und Episoden aus der Stadtgeschichte auf.

In dem sechs Meter hohen Raum mit Zuschauertribüne tagen der Stadtrat sowie die Senate der Stadt Aschaffenburg, darunter der Kultursenat. Den städtischen Ausschüssen steht der Kleine Sitzungssaal im Rathaus zur Verfügung.