Villa Trapp, Foto: Johannes Kögler

Ehemalige Villa Trapp

#Wetteraukreis

Route der Industriekultur Rhein-Main

Die Trapp’sche Villa wurde 1876 von Carl Trapp, einer bedeutenden Friedberger Persönlichkeit, als eines der ersten Wohnhäuser außer- halb der alten Stadtgrenzen erbaut und noch vor 1900 aufgestockt und um einen großen Erkeranbau erweitert. Carl Trapp und sein Bruder August Trapp waren Inhaber der 1861 gegründeten Firma Trapp und Münch, die zu Beginn vor allem in der Fotografie benötigte Chemikalien herstellte. Bald spezialisierte sich die Firma auf die Herstellung von Albuminpapieren und präsentierte sich erfolgreich auf den Weltausstellungen in Wien (1873) und Philadelphia (1876). Der Export der Albuminpapiere ging nach England, Frankreich, Italien, Russland, den Ver- einigten Staaten und Australien. In London wurde eine Tochtergesellschaft gegründet. In den 1880er Jahren bekam das Albuminpapier durch weitere Fotopapiere starke Konkurrenz, worauf die Firma Trapp & Münch mit einer Umstellung ihrer Produktion auf Mattalbumin reagierte. In der Friedberger Bevölkerung wurde die Firma aufgrund ihres enormen Verbrauchs an Eiern (in den 1880er Jahren fast 2 Millionen jährlich) als „Eierfabrik“ bezeichnet. Das Albumin, das als Bindemittel des Albumin-papiers verwendet wird, gehört zu den Proteinen und ist vor allem im Eiklar des Hühnereis vorhanden. Als licht- empfindliche Substanz dient beim Albuminpapier Silberchlorid. Die Firma Trapp & Münch hatte in Friedberg bis 1931 Bestand. 1983 wurde das Haus von der Kreisspar-kasse (heute Sparkasse Oberhessen) erworben und in der Folge umgebaut und erweitert. Es beherbergt heute vor allem Sitzungs-, Schulungs- und Veranstaltungsräume.

Bus: Linie FB-08, Haltestelle Ockstädter Straße

Stand: 2010

#Lokaler Routenführer Friedberg

Adresse / Koordinaten
Ockstädter Str. 6, 61169 Friedberg (Hessen), Deutschland

(Lat: 50.333752 | Long: 8.751189)

Projektbezug
Route der Industriekultur Rhein-Main
Kategorie
Wohn- und Verwaltungsbauten