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Bischofsheim: Sitzungssaal im Rathaus

Der Neubau in der Schulstraße 32–34 war Anfang der 1990er Jahre kommunalpolitisch höchst umstritten: zu groß und zu teuer lauteten die Vorwürfe. Auf einem langgezogenen Grundstück inmitten von Bischofsheim entstand bis 1994 ein zweiteiliger Gebäudekomplex mit Bücherei, kommunalen Büros, Wohnungen und Gastronomie – sowie einem Sitzungssaal für die Gemeinde. Die beiden neuen Gebäude sind über einen stählernen Fachwerksteg miteinander verbunden, im Volksmund spöttisch „Beamtenlaufbahn“ genannt.

Zum ersten Spatenstich waren im September 1992 rund 150 Personen gekommen. Einige brachten Transparente mit, auf denen sie ihren Unmut zum Ausdruck brachten: vom „Palazzo Prozzo“ war die Rede. Befürworter betonten hingegen, das neue Mehrzweckgebäude würde eine Aufwertung des alten Ortskerns darstellen und das kulturelle Angebot in Bischofsheim erheblich erweitern.

Ebenfalls heftig diskutierten Politik und Öffentlichkeit die Entwürfe für den neuen Sitzungssaal, auch Ratssaal genannt. Auf Beschluss der Gemeindevertretung entstand ein Rund, das symbolisch für gelebte Demokratie stehen sollte. Die großen Fensterfronten lassen sich durch eine teilbare Schiebewand verdecken, die (zusammengeschoben) ein Gemälde des Innenarchitekten Ludwig Gützko ziert. Im „Sitzungssaal 1“ tagen seither kommunale Gremien der Gemeinde, wie Gemeindevertretung, Gemeindevorstand, Ausschüsse und Ausländerbeirat. Die Gemeindeverwaltung ist auf insgesamt drei „Rathäuser“ verteilt; das „Rathaus III“ in der Schulstraße 34 wird auch „Palazzo“ genannt.