Die Stadtverordneten von Hanau tagen im ersten Stock eines modernen Gebäudes mit historischem Antlitz und langer demokratischer Tradition: Das 1733 an gleicher Stelle eingeweihte Neustädter Rathaus war kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört worden und wurde von 1961 bis 1965 wieder aufgebaut. Mit der Inbetriebnahme des Rathauses (samt neuem Verwaltungstrakt) Mitte der 1960er Jahre zog die kommunale Politik zurück in das Herz der Stadt – ein wichtiger Meilenstein im Rahmen des Wiederaufbaus der Stadt Hanau nach dem Krieg.
Von 2018 bis 2022 wurde das Gebäude für rund zwölf Millionen Euro grundlegend saniert und barrierefrei gestaltet. Völlig neu präsentiert sich im Zuge dessen der Stadtverordnetensitzungssaal: Den 59 Stadtverordneten dient seither der mit moderner Technik ausgestattete und nach einer der „Mütter des Grundgesetzes“ benannte Elisabeth-Selbert-Saal als Sitzungsort. Selbert setzte 1949 im Parlamentarischen Rat den Gleichberechtigungsartikel durch. Zusätzlich steht der Raum weiteren kommunalen Gremien für öffentliche Sitzungen zur Verfügung, etwa dem Haupt- und Finanzausschuss.
Der Elisabeth-Selbert-Saal wird des Weiteren von der Stadt Hanau als Vortragssaal und von der Brüder-Grimm-Berufsakademie (BGBA) Hanau als Hörsaal genutzt.
„Gerne zitiere ich die Namensgeberin unseres Stadtverordnetensitzungssaals Elisabeth Selbert: ‚Der klare Satz – Männer und Frauen sind gleichberechtigt – ist so eindeutig, dass wir ihn nicht negativ umschreiben brauchen.‘ Nicht nur vor dem Gesetz, sondern generell. Punkt.“
(Claudia Borowski, Stadtverordnetenvorsteherin)
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