Newsletter Route der Industriekultur Februar 2026

Frankfurt am Main, 4. Februar 2026
www.krfrm.de
Liebe Freund*innen der Industriekultur Rhein-Main,

das Jahr ist bereits in vollem Gange – ein Blick auf die Veranstaltungen im Februar zeigt, wie viel es zu entdecken gibt. 25 Jahre nach der Besetzung erinnert das Ensemble Theater Willy Praml an die Erhaltung der Naxoshalle. Nicht verpassen sollten Sie außerdem die Ausstellungen von und über den Produkt- und Industriedesigner Lars Contzen im Museum Großauheim sowie die Ausstellung der Schüler*innen des Gymnasiums Römerhof, die sich mit der Geschichte der Zwangsarbeit in Frankfurt und den Adlerwerken auseinandersetzt. Beide Ausstellungen sind noch bis zum 1. März zu sehen.

Kontrastreich präsentiert sich in diesem Monat auch unser Ehrenamtsporträt: Im ehemaligen Opel-Altwerk ist mit dem Rollwerk in Rüsselsheim ein lebendiger Ort der Begegnung und Skatekultur entstanden. Wer an den kalten Tagen einen Spaziergang am Main unternimmt, kann außerdem am damaligen Frankfurter Westhafen die Skulptur des Hafenarbeiters entdecken. Als unser Objekt des Monats blickt die Figur selbstbewusst über die Friedensbrücke und erinnert an die Arbeitenden des Kohlehafens. 

Wir wünschen Ihnen viel Freude und interessante Begegnungen
.

Ihr Team der „Route der Industriekultur Rhein-Main“
 
Foto: Museum für Kommunikation, Depot Heusenstamm/Tim Wegner

Heusenstamm: Freitag, 6. Februar, 14 Uhr
Hinter den Kulissen: Museumsdepot Heusenstamm 
Führung

Nicht alles, was das Museum in seinen Archiven und Depots hat, wird auch ausgestellt. Das Depotgebäude in Heusenstamm, unmittelbar hinter der Stadtgrenze Frankfurts gelegen, beherbergt auf 15.000 Quadratmetern rund 375.000 Objekte. Bei der Depotführung werden sonst verborgene Schätze sichtbar und Einblicke in die Arbeit eines Museums vermittelt. Ein Rundgang führt zu historischen Telefonen, Postkutschen, Kraftfahrzeugen, Gemälden und weiteren Objekten der Kommunikationsgeschichte.

Ort: Sammlungsdepot des Museums für Kommunikation Frankfurt a. M., Philipp-Reis-Straße 4-8, 63150 Heusenstamm
Kosten: 14 €, ermäßigt 8-10 €
Info: Website Führung Depot Heusenstamm

 Theaterproduktion NAXOSHALLE, © Rebekka Waitz

Frankfurt a. M.: Montag, 9. Februar, 19.30 Uhr
Naxoshalle: Abreißen! 25 Jahre Hallenbesetzung
Lesung und Podiumsdiskussion 

Fast hätte es sie nicht mehr gegeben, die Naxoshalle. Denkmalschutz aufheben und den Investor endlich bauen lassen? Über alles wächst Gras oder ergießt sich der Beton, so die Hoffnung der einen. Nicht noch mehr Vernichtung von Stadtgeschichte, die einen Krieg überlebt hat, so die Warnung der anderen. Stadtpolitik, die sich wie ein Kriminalroman ausnimmt, aber zum Glück ohne Leiche. Eine Lesung des Ensembles Theater Willy Praml mit anschließendem Podium über die Zeit, als die Naxoshalle noch „nur eine Immobilie“ war – schön, aber lästig.

Podium: Alfred Gangel (Leiter des Liegenschaftsamtes 1997-2012), Claus-Jürgen Göpfert (ehemals Frankfurter Rundschau), Simon Möllendorf (Leitungsteam Produktionshaus NAXOS), Willy Praml (Theatermacher), Linda Reisch (Kulturdezernentin 1990-1998).

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Kulturwissenschaftler)

Kostenfrei
Ort: Theater Willy Praml, Waldschmidtstraße 19, 60319 Frankfurt a. M.
Info: Website des Theater Willy Praml 
Tickets: Website Produktionshaus NAXOS

 
Rückseite mayhaus © Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Frankfurt a. M.: Mittwoch, 18. Februar, 18 Uhr
Neues Frankfurt. Möbel für kleine Grundrisse  
Werkstattgespräch

In zwei Räumen im Obergeschoss des mayhauses ist seit August 2025 das Designlabor des Studio Jonathan Radetz mit Ausstellung eingerichtet. Hier werden durchdachte Möbel für kleine Grundrisse entworfen. Im einem zweiten Werkstattgespräch wird der Designer Jonathan Radetz einen Blick auf den Gestaltungsprozess werfen und den aktuellen Stand präsentieren. Außerdem wird die Produktdesignerin Lucie Nienburg über die Kochkiste, die in den ersten Frankfurter Küchen Bestandteil der Einrichtung waren, berichten. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Ideen mit in das Gespräch und nicht zuletzt den Gestaltungsprozess einzubringen. 

Eine Veranstaltung im Rahmen von 100 Jahre Neues Frankfurt    

Ort: Forum Neues Frankfurt, Hadrianstraße 5, 60439 Frankfurt-Römerstadt 
Kostenfrei, um Spende wird gebeten
Info: Website der ernst-may-gesellschaft

Rüsselsheim a. M.:
Donnerstag, 19. Februar, 19 Uhr

Rüssel Rock. Die Festivals am Opelbad
1979 bis 1985

Erinnerungswerkstatt mit Vortrag,
Musik und Austausch


Rüssel Rock war ein legendäres Musikfestival, das am ehemaligen Opel Bad zwischen 1979 bis 1985, die Industriestadt (nicht nur) musikalisch prägte. Die Erinnerungswerkstatt eröffnet einen Raum, um diesem Mythos auf die Spur zu kommen. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, ihre persönlichen Erinnerungsstücke (z.B. Fotos, Plakate, Eintrittskarten, etc.) mitzubringen.

Eine Kooperation mit MotorMusicCity Rüsselsheim
 
Ort: Stadt- und Industriemuseum, Hauptmann-Scheuermann-Weg 4 (In der Festung), 65428 Rüsselsheim am Main
Kosten: 6 €
Info: Website Stadt- und Industriemuseum 
Tickets: Ticket-Shop Stadt Rüsselsheim a. M.

Festivalplakat 1984, © Stadt Rüsselsheim a. M.
© Lars Contzen, Bootshaus Studio

Hanau: noch bis 1. März 2026
Von Hanau in die Welt. Design Lars Contzen
Sonderausstellung

Dem in Hanau-Großauheim wirkendenden Industriedesigner Lars Contzen gelang Außergewöhnliches: Allein 25 Millionen Quadratmeter von ihm designte Tapeten wurden weltweit verkauft. Zudem gestaltete er Böden, Farben, Lampen, Alltagsgegenstände, Tische, Möbel, Messestände und Fertighäuser und entwickelte zuletzt Designs für Bier, Gin und Zahnpasta.

In seinem Wirken als Produkt- und Industriedesigner verbindet Lars Contzen Kunst mit serieller Produktion und bildet somit ein perfektes Bindeglied für die verschiedenen Sektionen zu Kunst- und Industriegeschichte im Museum Großauheim. Die Ausstellung gibt einen Einblick in den vielfältigen Schaffenskreis des Künstlers und Designers und wurde von Lars Contzen selbst mitgestaltet und konzipiert.

Ort: Museum Großauheim, Pfortenwingert 4, 63457 Hanau
Kosten: 4 €, ermäßigt 3 €
Info: Website des Museums

 
Flyer Geschichtsort Adlerwerke, 10 Blickwinkel - 10 Kunstwerke

Frankfurt a. M.: noch bis 1. März 2026
Geschichtsort Adlerwerke: 10 Blickwinkel - 10 Kunstwerke 
Ausstellung 

Schüler*innen des Gymnasium Römerhof setzten sich ein halbes Schuljahr mit der Geschichte der Zwangsarbeit in Frankfurt am Main und den Adlerwerken auseinander. Gemeinsam mit Künstler*innen des NaxosAteliers erarbeiteten sie einen künstlerischen Blickwinkel, den sie mit Elementen der Graffitikunst und Streetart praktisch umsetzten. Mit ihren 10 Kunstwerken erinnern die Schüler*innen an ehemalige Zwangsarbeiter*innen, deren Lebensgeschichten, Erfahrungen der Ausbeutung und Unterdrückung, aber auch an deren Träume und Wünsche.

Ort: Geschichtsort Adlerwerke, Kleyerstr. 17, 60326 Frankfurt a. M
Kostenfrei
Info: Website Geschichtsort Adlerwerke

 
Der Hafenarbeiter
Denkmal der Arbeit im alten Frankfurter Kohlehafen 


Der Hafenarbeiter ist eine lebensgroße Bronzefigur des belgischen Bildhauers Constantin Meunier (1831-1905), die sich heute am südlichen Ende der Friedensbrücke befindet. Die Skulptur entstand 1893, wurde 1906 vom Industriellen Friedrich Ludwig von Gans erworben und 1910 am damaligen Westhafen aufgestellt.

Bis heute erinnert das Denkmal an die sogenannten „Sackträger“ im alten Kohle- und Westhafen. Weitere Exemplare der Skulptur finden sich unter anderem im Museum Folkwang in Essen, in Antwerpen, Stockholm, Dresden, Kopenhagen, im Museum of Fine Arts in Boston sowie in Lima.


Foto: © wikimedia commons/Eva Kröcher

Zum Beitrag auf unserer Website.
ROLLWERK - Skatehalle Rüsselsheim,  © Rollwerk gUG

Abgefahrenes Engagement. Das Rollwerk in Rüsselsheim

Direkt neben dem Bahnhof in Rüsselsheim belebt eine Gruppe junger, engagierter Menschen das ehemalige Opel-Altwerk. In der alten Fabrikationshalle des Automobilherstellers ist mit dem Rollwerk eine bedeutende Kulturstätte für die Stadt und die Region entstanden. Herzstück des Projekts bildet eine 350 Quadratmeter große, professionelle Indoor-Skatefläche, auf der Skater*innen aller Altersgruppen und Erfahrungsstufen gefördert werden. Daneben dient ein Café als Treffpunkt für Veranstaltungen, Workshops und kreative Projekte.

Getragen von einem überwiegend ehrenamtlichen Team ist an diesem industriegeschichtlichen Ort ein Raum entstanden, der Gemeinschaft, Kreativität und Zusammenhalt stärkt und zugleich zum Erhalt des historischen Werks beiträgt.

Zum Ehrenamtsporträt: Website der KulturRegion

Ausschreibung GAG-Preis für Industriekultur

Die Georg-Agricola-Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur e.V. vergibt seit 2015 den GAG-Preis für Industriekultur. Prämiert wird ein Projekt eines ehrenamtlich arbeitenden Vereines, einer Initiative oder einer Gruppierung, das der Erforschung, dem Erhalt oder der Popularisierung technikhistorischer oder industriekultureller Objekte gewidmet ist.
Der Preis wird alljährlich auf der Jahrestagung der GAG verliehen. Außerdem besteht die Möglichkeit, das prämierte Projekt in einem Artikel in der Zeitschrift Industriekultur vorzustellen.

Informationen: Website der Georg-Agricola-Gesellschaft
Beteiligungsaufruf

Das Projekt „Geist der Freiheit“ in der KulturRegion widmet sich 2026 mit dem neuen Schwerpunkt „Demokratie bauen! Rathäuser und Gemeinschaftsbauten gestern und heute“ Orten der lokalen Demokratie. Akteur*innen und Veranstalter in der ganzen Region sind eingeladen mitzuwirken.

Infos dazu gibt es hier.
Gute Projekte brauchen Mittel - Ihr Engagement hilft!

Sie möchten die KulturRegion und ihre Projekte mit einer Spende unterstützen? Wir freuen uns über Ihr Engagement. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar, da die KulturRegion gemeinnützig arbeitet.

Kontakt: spende@krfrm.de
Kontoinhaber: KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbh
IBAN: DE32 5125 0000 0112 0010 00