Direkt neben dem Bahnhof in Rüsselsheim belebt eine Gruppe junger, engagierter Menschen das ehemalige Opel-Altwerk. In der ehemaligen Fabrikationshalle des Automobilherstellers ist mit dem Rollwerk eine bedeutende Kulturstätte für die Stadt und die Region entstanden. Herzstück des Projekts bildet eine 350 Quadratmeter große, professionelle Indoor-Skatefläche, auf der Skaterinnen und Skater aller Altersgruppen und Erfahrungsstufen gefördert werden. Daneben dient ein Café als Treffpunkt für Veranstaltungen, Workshops und kreative Projekte.
Getragen von einem überwiegend ehrenamtlichen Team ist an diesem industriegeschichtlichen Ort ein Raum entstanden, der Gemeinschaft, Kreativität und Zusammenhalt stärkt und zugleich zum Erhalt des historischen Werks beiträgt.
"Durch die neue Nutzung machen wir diesen lange leerstehenden Raum wieder erlebbar, füllen ihn mit Bewegung, Farbe und Wärme und verbinden Industriekulturmit zeitgenössischer Jugend- und Subkultur." (Benny Becker, Rollwerk Rüsselsheim)
Bestes Ambiente für die Skatehalle bietet das Opel-Altwerk, © Rollwerk gUG
Feiern im Rollwerk im Opel-Altwerk in Rüsselsheim, © Rollwerk gUG
Wie das Ehrenamt diesen spannenden Ort erhält und neu nutzt, erzählt Benny Becker, Geschäftsführer des Rollwerks
Das Rollwerk ist ein Ort der Industriekultur. Was macht diesen Ort für Euch so besonders?
Das Rollwerk befindet sich in Räumen, in denen früher Menschen zusammenkamen, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten, die viele begeistert haben. Dieser Geist von Innovation steckt für uns bis heute in den Mauern. Gleichzeitig spiegelt der Ort einen wichtigen Teil der Stadtgeschichte wider. Durch die neue Nutzung machen wir diesen lange leerstehenden Raum wieder erlebbar, füllen ihn mit Bewegung, Farbe und Wärme und verbinden Industriekultur mit zeitgenössischer Jugend- und Subkultur. Das Rollwerk ist kein Museum, sondern ein lebendiger Ort, an dem Geschichte weitergeschrieben wird.
Wie sieht Ehrenamt im Rollwerk aus?
Die Halle wird vor allem von Ehrenamtlichen getragen. Uns ist wichtig, Menschen eine sehr niederschwellige Möglichkeit zu bieten, bei uns mitzumachen – unabhängig von Vorerfahrungen. Ehrenamt bedeutet bei uns, sich in verschiedene Bereiche ausprobieren zu können, neue Interessen zu entdecken, Verantwortung zu übernehmen und Teil einer Gemeinschaft zu werden. Ob im Hallenbetrieb, bei Veranstaltungen, im handwerklichen Bereich oder in der pädagogischen Arbeit: Viele bringen ihre eigenen Stärken ein und gestalten den Ort aktiv mit.
Was treibt Euch an?
Uns treibt der Wunsch an, einen offenen Raum zu schaffen – für junge Menschen, aber auch generationenübergreifend –, in dem Herkunft, Religion oder sozialer Hintergrund keine Rolle spielen. Skateboarding ist dabei ein zentraler Faktor, weil es Menschen auf natürliche Weise verbindet. Teilhabe steht für uns im Mittelpunkt: Wir möchten, dass sich das Rollwerk ständig weiterentwickelt, sich neuen Bedürfnissen anpasst und Schwerpunkte verschieben kann, ohne dabei den Kern zu verlieren – Menschen zusammenzubringen und ihnen Raum zur Entfaltung zu geben.
Das Rollwerk im Opel-Altwerk in Rüsselsheim, © Rollwerk gUG
Treffpunkt Cafébar im Rollwerk im Opel-Altwerk in Rüsselsheim, © Rollwerk gUG
Gibt es gerade ein besonderes Projekt?
Aktuell liegt der Fokus auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Halle im Opelwerk. Jeden Frühling und Herbst stellen wir ein neues, buntes Programm mit Workshops, Events, Wettbewerben und kulturellen Formaten auf die Beine. Darüber hinaus arbeiten wir an inklusiven Angeboten, Kooperationen mit Schulen und Jugendträgern sowie an nachhaltigen Nutzungskonzepten für den Standort.
Wie kann man bei Euch mitmachen?
Mitmachen ist ganz einfach: Man kann uns während der Öffnungszeiten ansprechen, über unsere Website oder Social-Media-Kanäle Kontakt aufnehmen oder bei Veranstaltungen vorbeikommen. Ob als Skate-Coach, bei Events, im Hallenbetrieb oder bei handwerklichen Projekten – wir freuen uns über alle, die Lust haben, Teil der Rollwerk-Community zu werden.
Wer mehr wissen oder Kontakt aufnehmen möchte, schaut auf die Website des Rollwerks Rüsselsheim.
Redaktion: Eva Stallbaum, Kay-Hermann Hörster
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