Winterprogramm 2018/19

Arbeit – gesellschaftlicher Wandel – Demokratisierung

Von November 2018 bis März 2019 stellt die KulturRegion den Zusammenhang von Arbeit und Gesellschaft, von Arbeiterschaft und Demokratisierung in den Fokus. Hierfür haben sich die beiden Projekte „Route der Industriekultur Rhein-Main“ und „Geist der Freiheit“ mit Partnern in der Region zusammengetan.

Teil des Programmes sind Sonderführungen durch aktuelle Ausstellungen sowie spannende Vorträge zu verschiedenen Themen. Alle Veranstalter tragen mit eigenen thematischen Aspekten und Formaten zu dem facettenreichen Programm bei.

Programm zum Download

Das Programmheft liegt kostenfrei in Rathäusern, Bürgerbüros und Tourist-Infos der Region aus. Es ist auch in der Geschäftsstelle der KulturRegion am Frankfurter Hauptbahnhof (Poststr. 16) erhältlich.

Die rote Fahne auf dem Römer – 100 Jahre Novemberrevolution in Frankfurt am Main

Frankfurt am Main: Mo, 5.11.2018, 18.30 Uhr

Vortrag von Dieter Wesp

Die Revolution kam mit der Eisenbahn nach Frankfurt. Matrosen aus Kiel, darunter einige ortskundige Frankfurter, marschierten mit ihren Waffen vom Hauptbahnhof in die Stadt, quartierten sich im Hotel „Frankfurter Hof“ ein und übernahmen die politische Macht in der Stadt. Diese turbulenten Tage, das Ende des Ersten Weltkriegs, der Zerfall des Kaiserreichs und die Versuche, eine neue demokratische Ordnung zu schaffen, werden im Vortrag als Teil der Frankfurter Stadtgeschichte dargestellt.

Ort: Institut für Stadtgeschichte, Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Eintritt: 4 €, ermäßigt 3 €

Veranstalter: Verein für Arbeitergeschichte e.V., Institut für Stadtgeschichte, www.geschichtederarbeiterbewegung.net

Weitere Vorträge zu 100 Jahre Novemberrevolution in Frankfurt am Main von Dieter Wesp (Infos unter www.geschichtederarbeiterbewegung.net):

Mi, 7.11.2018, 19 Uhr Die Matrosen von Frankfurt – 100 Jahre Novemberrevolution in Frankfurt am Main

Fr, 9.11.2018, 19 Uhr Die roten Matrosen im Frankfurter Hof – 100 Jahre Novemberrevolution in Frankfurt am Main

Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht

Frankfurt am Main: Mi, 7.11.2018, 18 Uhr

Kuratorinnenführung mit Dorothee Linnemann

Am 19. Januar 1919 konnten Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen und sich wählen lassen. Die Ausstellung „Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht“ begleitet die Vorkämpferinnen des Frauenwahlrechts. Sie verfolgt die Geschichte der ersten Frauenbewegung in ihrem Einsatz für Gleichberechtigung und würdigt die ersten Politikerinnen der Weimarer Republik. Mit einem Ausblick bis in die Gegenwart wird sichtbar, dass das Thema nicht an Aktualität verloren hat. Rund 400 Objekte aus internationalen Museen und Archiven zeigen neue Perspektiven auf den Kampf um das Frauenwahlrecht, die Revolutionszeit und die Weimarer Republik.

Ort: Historisches Museum Frankfurt Saalhof 1, Frankfurt am Main

Eintritt frei

Anmeldung erforderlich: info@krfrm.de, 069 2577-1700

Veranstalter: Historisches Museum Frankfurt, www.historisches-museum-frankfurt.de

November 1918 – eine Revolution

Die roten Matrosen von Frankfurt am Main

Frankfurt am Main Do, 8.11.2018, 17 Uhr Sa, 10.11.2018, 14 Uhr

Führung mit Uli Weiß

Im November 1918 brach das wilhelminische Kaiserreich endgültig zusammen. In den Städten und Gemeinden bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte. Hungersnot, zurückkehrende Soldaten, Materialmangel in der Industrie waren Probleme, derer sich Bevölkerung und Verwaltung stellen mussten. Die Einführung des 8-Stunden-Tages und des freien und gleichen Wahlrechts waren für alle einschneidende Ereignisse.

Treffpunkt: Eingang Gutleutkaserne, Gutleutstraße 136, Frankfurt am Main

Eintritt frei

Veranstalter und weitere Informationen: Verein für Arbeitergeschichte e. V., www.geschichtederarbeiterbewegung.net

In vier weiteren Führungen stellt Uli Weiß mutige und engagierte Streiter*innen der Arbeiter- und Demokratiebewegung vor (Infos unter www.geschichtederarbeiterbewegung.net):

Sa, 8.12.2018, 14 Uhr Meta Quark-Hammerschlag und Max Quarck

Sa, 5.1.2019, 14 Uhr Toni Sender

Sa, 2.2.2019, 14 Uhr Wilhelm Grönke

Sa, 2.3.2019, 14 Uhr Hugo Sinzheimer

Frauenbildung – Frauenerwerbsarbeit:

Gesellschaftliche Umbrüche im 19. und

20. Jahrhundert

Bad Homburg v. d. Höhe: Do, 6.12.2018, 17.30 bis 19.30 Uhr

Themenabend

Anhand der Biografien von Emilie Seipp, Sophie Opel und Emmy Klieneberger-Nobel widmen sich drei Kurzvorträge den Bildungschancen und der Erwerbsarbeit von Frauen. Exemplarisch zeigen sich an den Werdegängen wichtige gesellschaftliche Umbrüche im 19. und 20. Jahrhundert.

Entwicklungshelferin im armen Hochtaunus

Vortrag von Karl Breitung

Emilie Seipp (1827 –1863) wurde nach dem Besuch einer höheren Bürgerschule als junge Lehrerin eingesetzt. Dabei eignete sie sich auch Fertigkeiten in Handarbeitstechniken an und vermittelte die

Filetstrickerei an Heimarbeiterinnen in den Feldbergdörfern.

Sophie Opel, eine willensstarke Unternehmerin

Vortrag von Dr. Walter Mittmann

Sophie Opel (1840 –1913) wurde in Dornholzhausen geboren und half bis zu ihrer Heirat mit dem Schlossermeister Adam Opel in der väterlichen Gastwirtschaft Scheller mit. Als Prokuristin hat sie wesentlich zum Aufstieg der Firma Opel beigetragen und führte nach dem Tod ihres Mannes 18 Jahre lang das bedeutende Unternehmen in einer von Männern dominierten Gesellschaft.

Emmy Klieneberger: Abitur auf Umwegen

Vortrag von Angelika Rieber

Die Frankfurterin Emmy Klieneberger-Nobel (1892–1985) machte erfolgreich akademische Karriere als Mikrobiologin und wurde als erste Frau an der Goethe-Universität habilitiert. Klieneberger-Nobel qualifizierte sich zunächst ebenfalls über den Besuch einer höheren Mädchenschule für ein Studium. Die Entwicklung der Bildung von Mädchen und Frauen und die Geschichte des Oberurseler Lyzeums Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts stehen im Mittelpunkt dieses Vortrags.

Ort: Museum Gotisches Haus

Tannenwaldweg 102, Bad Homburg v. d. Höhe

Eintritt frei

Veranstalter: KulturRegion in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur Hochtaunuskreis, Museum Gotisches Haus; www.krfrm.de

Das Jahrbuch 2018 des Hochtaunuskreises erscheint am 28.11.2018 und ist beim Themenabend oder über den Kreis erhältlich.

Kapitulation, Zusammenbruch, Novemberrevolution

Friedberg

So, 9.12.2018, 15 Uhr

Kuratorenführung mit Lutz Schneider und Johannes Kögler

Der vierte Teil des Ausstellungsprojekts zu Friedberg im Ersten Weltkrieg richtet den Blick auf das letzte Kriegsjahr mit seinem allgegenwärtigen Mangel, die Kapitulation, den Zusammenbruch des Kaiserreiches, die Novemberrevolution 1918 und den demokratischen Neuanfang 1919. Die Führung präsentiert auch die Recherchemöglichkeiten im Internetportal „Der Erste Weltkrieg im Spiegel hessischer Regionalzeitungen“, mit dem Besucher auf die digitalisierten hessischen Zeitungen von 1914 bis 1918 zugreifen können. Das Portal ist ein Kooperationsprojekt der hessischen Landesbibliotheken, der HeBIS und des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde.

Ort: Wetterau-Museum

Haagstraße 16, Friedberg (Hessen)

Eintritt frei

Veranstalter: Wetterau-Museum, Stadtarchiv Friedberg, www.wetterau-museum.de

Die Novemberrevolution 1918 und gesellschaftliche Umbrüche thematisiert auch das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe vom 17.11.2018 bis 27.1.2019 in der Ausstellung „Hanau in feldgrauer Zeit – Zusammenbruch und Revolution“.

www.museen-hanau.de

Gekommen, um zu bleiben

Offenbach am Main

Do, 20.12.2018, 18 Uhr

Vortrag von Vicente Such-Garcia

In Offenbach leben heute Menschen aus 158 Nationen. Der Historiker Vicente Such-Garcia erläutert die historische Bedeutung von Migrant*innen für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den ersten „Gastarbeiter-Vereinen“, so die frühere Benennung von Begegnungsstätten, die zwischen 1955 (in diesem Jahr wurde ein Anwerbeabkommen mit Italien geschlossen) und dem Anwerbestopp ausländischer Arbeitnehmer 1973 entstanden. Der Vortrag geht aber auch auf Entwicklungen der jüngeren Migrationsgeschichte ein, deren vorläufiger Höhepunkt das neue Staatsangehörigkeitsgesetz im Jahr 2000 war.

Ort: Haus der Stadtgeschichte

Herrnstraße 61, Offenbach am Main

Eintritt frei

Veranstalter: Haus der Stadtgeschichte Offenbach, www.offenbach.de

100 Jahre 8-Stunden-Tag

Frankfurt am Main

Fr, 1.2.2019, 18 Uhr

Podiumsdiskussion

Arbeitszeit im Umbruch: Zwischen Stechuhr und ständiger Erreichbarkeit

Die Errungenschaft des 8-Stunden-Tags infolge der Novemberrevolution 1918 geht mit wirtschaftlichen und politischen Diskussionen einher. 100 Jahre später befindet sich die Arbeitswelt

erneut im Umbruch. Die Veranstaltung beleuchtet die erreichten Fortschritte durch den 8-Stunden-Tag und die Frage nach der Zukunft der Arbeitszeiten aus den verschiedenen Blickwinkeln von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften.

Mit: Petra Rossbrey, Geschäftsführerin, Beirat Unternehmerverband UVF; Elke Barth, Abgeordnete im Hessischen Landtag; Prof. Dr. Berthold Vogel, Geschäftsführender Direktor SOFI Göttingen;

Philipp Jacks, Geschäftsführer DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main;

Moderation: Eberhard Nembach, hr-iNFO

Ort: DGB-Haus

Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77, Frankfurt am Main

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: landesbuero.hessen@fes.de

Veranstalter: KulturRegion, FES Landesbüro Hessen in Kooperation mit hr-iNFO

Kunstwerke und Wandel der Arbeitswelt

Frankfurt am Main

Mi, 27.2.2019, 18 Uhr

Vortrag von Dr. Peter Schirmbeck

Die Rhein-Main-Region bietet zahlreiche Möglichkeiten Kunstwerke zu Industrie, Technik und Arbeit im öffentlichen Raum und in den Museen der Region zu betrachten. Beispielsweise zeigt die Bronzeskulptur „Der Aufbruch“ im Peter-Behrens-Bau einen Arbeiter, der sich in energischer Weise die Ärmel hochkrempelt und ohne Worte „packen wir es an“ ausdrückt. Der Vortrag des Kunsthistorikers und Initiators der Route der Industriekultur Rhein-Main Dr. Peter Schirmbeck behandelt schwerpunktmäßig die Darstellung der industriellen Arbeitswelt in Kunstwerken

sowie ihren Entstehungskontext. Anhand von Beispielen aus den Bereichen Grafik, Malerei, Plastik und Fotografie erläutert er anschaulich den Wandel von Gesellschaft und Arbeitswelt.

Ort: Historisches Museum Frankfurt

Saalhof 1, Frankfurt am Main

Eintritt frei

Veranstalter: KulturRegion in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt

Wege in die Fremde – Willkommen in Hattersheim. Gastarbeiter*innen in der Sarotti-Schokoladenfabrik

Hattersheim am Main

Fr, 15.3.2019, 17 Uhr

Ausstellungseröffnung

18 Uhr: Vortrag von Ulrike Milas-Quirin mit anschließender Diskussion

Die Plakatausstellung „Wege in die Fremde“ stellt Biografien von Gastarbeiter*innen aus Italien, Spanien, Griechenland, Türkei und Marokko vor. Sie kamen nach Anwerbeabkommen der Bundesrepublik mit diesen Ländern nach Hattersheim am Main und fanden hier eine zweite Heimat. Der Impulsvortrag von Ulrike Milas-Quirin zeigt am Beispiel der Werkszeitung „Der Sarotti-Mohr“, wie sich das Hattersheimer Unternehmen um die Integration seiner Arbeitskräfte bemühte und die Verständigung mit ihnen förderte. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion kommen ehemalige Mitarbeitende der Schokoladenfabrik zu Wort und berichten über ihre Erfahrungen.

Ort: Südringtreff

Südring 16, Hattersheim am Main

Eintritt frei

Veranstalter: Stadtteilbüro der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH, Stadt Hattersheim, Hattersheimer Geschichtsverein 1985 e. V., www.hattersheimer-geschichtsverein.de