Interview-Workshop Frankfurt am Main

Was bedeutet Kleidung für dich? Die Teilnehmer*innen teilen ihre Gedanken und Erinnerungen an bestimmte Kleidungsstücke in ihrem Leben, mit denen sie besondere Geschichten verbinden. Kleidungsstücke, in denen sie sich besonders frei oder unfrei gefühlt haben. Sie unterhalten sich über Fragen des Modekonsums und des persönlichen Stils: Wo kaufst du ein, wie fühlst du dich wohl? Der Workshop fand Pandemie bedingt online statt, also eine besondere Interviewsituation für beide Gesprächspartner*innen.

Eine Kooperation der KulturRegion FrankfurtRheinMain mit Pax&People Frankfurt, gefördert vom Fonds Soziokultur

„Unfrei fühle ich mich nicht, aber auch nicht richtig frei.“

In welcher Kleidung fühle ich mich wohl? Anziehen was ich will / Kleiderregeln brechen, Kleidung kann Protest oder Einschränkung sein / Als ich 12 Jahre alt war … / Ich denke nicht, dass ich in meiner Kleiderwahl frei bin / Erfahrungen im Ausland

„Kleidung hilft mir, selbstbewusst durch den Alltag zu gehen.“

In alten Sachen fühle ich mich unwohl / Wann ist Kleidung alt, wann ist sie cool? / Der Kontext, in dem etwas getragen wird, und wer etwas trägt, ist auch wichtig / Ich bin abhängig von Trends, kann das aber reflektieren / Mit Gender-Stereotypen brechen kann Spaß machen

„Eigentlich bin ich immer frei, aber an manchen Tagen bin ich mutiger.“

Wie geht man in der Masse unter? / Ich setze Akzente mit kleinen extremen Sachen / Ich kleide mich so, wie ich mich fühle. Ich bin frei, weil ich nicht an Dresscodes gebunden bin / Was ist mutige Kleidung? / Ich als Teenager, Punkiges fand ich immer spannend / Mode sollte nicht mehr geschlechtsspezifisch vermarktet werden

„Wenn ich weniger habe, fühle ich mich freier.“

In Frankreich habe ich Handtasche getragen, dort habe ich mich mit dem Rucksack komisch gefühlt / Wie ich mit Kleidung meine Stimmung hebe / Over- und underdressed / Ich möchte nicht zu sehr auffallen, aber individuell sein / Mehr Second-hand, ich möchte mich von Trends lösen

„Irgendwann habe ich begriffen, dass es zeitlose Mode gibt.“

Klamotten sind auch eine Last / Heute versuche ich mit dem auszukommen, was ich habe / Kleidung als Statusobjekt, zum Beispiel meine Alphajacke auf der Gesamtschule / Als Jugendlicher habe ich viel Geld für Klamotten ausgegeben / Ich brauche keine auffälligen Kleider mehr / Mit Frauenklamotten habe ich mich unfrei gefühlt, als Bühnenoutfit war es cool

„Wir sollten uns in Kleidung nicht eingeengt fühlen.“

Kleidung ist stille Kommunikation / Sich wohl in seiner Haut fühlen / Ich fühle mich frei, wenn ich nicht wegen meiner Kleidung bewertet werde / Strumpfhosen engen ein / Zum Schutz vor Männerblicken habe ich mich eher unauffällig gekleidet / Alle Kulturen und Geschlechter sollen sich kleiden wie sie möchten

„Mann trägt Hose, Frau trägt Rock – was sollen diese Grenzen?“

Kleidung und Mangel / Keine Jeansform passt für mich / Mein bunter Rock / Kleidung aus verschiedenen Ländern mit ihren Geschichten / Als Kind im Sonntagskleid und Lackschühchen / TRIGGERWARNUNG 10:50-11:45 Min.: Erlebnis mit übergriffigem Mann und einengender Jacke / DocMartens mit weißen und pinken Schnürsenkeln / Mann im Businessrock

„Mir wurde nie etwas verboten, aber ich war trotzdem befangen.“

Eigene Ästhetik / In der Pubertät sollte ich mich nicht freizügig anziehen / Freizügig kleiden und Verhüllung / Kritik an meinem kurzen Konfirmationskleid / Was ist Scham? / Was ich als schön empfinde / Mode hat viel mit Kunst zu tun / Der Modegeschmack meiner Tochter

„Homeoffice hat meinen Kleidungsstil beeinflusst“

Wandel im Businessumfeld / In Yogahosen und ungeschminkt im Homeoffice / In engen Kleidern, im Stuhlkreis im Rock bin ich eingeschränkt / Kleidungsstücke in der Kindheit / Besonderes Kleid zu Hochzeitseinladungen / Jungs in Pailletten-Shirts und mit langen Haaren: einfach machen!