Villa Rothschild, Foto: Hofphotograph Franz Schilling (1863-1933) - Bildband von 1900, Luftkurort Königstein im Taunus, Nr. XVIII 1689 im Hessischen Hauptstaatsarchiv (CC0), via Wikimedia Commons
Foto: Irmela Löw

Park Villa Rothschild

#Hochtaunuskreis

Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes

Die ehemalige Sommerresidenz der Frankfurter Bankiersfamilie Rothschild wurde nach dem Zweiten Weltkrieg an den Länderrat des vereinigten Wirtschaftsgebeites der Bizone als "Haus der Länder" verpachtet. Finanz-, Wirtschaftsminister und die Ministerpräsidenten kamen hier bis 1949 regelmäßig zusammen, um über die künftige Wirtschaftsordnung und den Entwurf des Grundgesetzes zu beraten. Am 24. März 1949 beschloss die Ministerpräsidentenkonferenz, dem Grund-
gesetz zuzustimmen und empfahl dem Parlamentarischen Rat dieses anzunehmen. Königstein wird daher auch als "Wiege" der neuen Bundesrepublik bezeichnet.

Stand: 2016

www.burgverein-koenigstein.de/downloads/b11-2013.pdf

GartenRheinMain

Die Villa Rothschild wurde 1888–1894 für den Frankfurter Bankier Wilhelm Carl von Roth- schild (1828−1901) und seine Frau Hanna Mathilde (1832−1924) als Sommersitz erbaut. Die zehn Hektar große, im landschaftlichen Stil angelegte Parkanlage, die die Villa umgibt, gestal- tete der Gartenarchitekt Heinrich Siesmayer, der zuvor schon den Grüneburgpark in Frankfurt für das Ehepaar angelegt hatte. Unter besonderer Berücksichtigung der topografischen Gegebenheiten betonte er die exponierte Lage der Villa auf dem Bergkamm. Wiesen auf der Eingangs- und der Terrassenseite des Hauses unterstreichen die beeindruckende Fernsicht. Solitärbäu- me und Baumgruppen rahmen darüber hinaus die Ausblicke zu den Burgen Königstein, Kronberg und Falkenstein. 1924 erbte und bewohnte der Enkel Rudolf von Goldschmidt-Rothschild (1881–1962) die Anlage. 1938 wurde das Anwesen von der nationalsozialistischen Reichsfinanzverwaltung beschlagnahmt. In der Nach- kriegszeit diente das Gebäude als Tagungshaus. Die westdeutschen Ministerpräsidenten berieten hier über das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Nach Rückgabe an die Familie Rothschild verkauften die Erben es 1955 an die Stadt Königstein. Diese baute die Villa zum Kurhotel Sonnenhof um, der Park wurde als öf- fentliche Grünanlage ausgewiesen. 2007 wurde das Hotel nach aufwendiger Sanierung durch einen neuen Eigentümer unter dem Namen Villa Rothschild Kempinski wiedereröffnet. Die Parkanlage prägt heute ein beeindruckender Bestand an alten Bäumen, unter anderem Blutbuchen, Linden, Mammutbäume und verschiedene Zedern- und Kiefernarten aus der Entstehungszeit. Auch die beiden 1895 von Kaiserin Friedrich und ihrem Bruder, dem Prinzen von Wales, gepflanzten Tannen rahmen noch immer das Hauptportal. Die weitläufigen Wiesenbereiche schmiegen sich an die Hanglagen, schattige Wege und die Aussichten insbesondere von der Terrassenanlage des Hotels weit über Kronberg und die Rhein-Main-Ebene laden Spaziergehende zum Verweilen ein.

Im Rothschildpark, 61462 Königstein im Taunus

Kontakt: gordan.cutura@kempinski-falkenstein.com

www.koenigstein.de

ÖPNV: Königstein Stadtmitte Buslinien X26, X27, 57, 60, 80, 81, 83, 84, 85, 223, 253, 261, 263, 803, 805, 811, 815, AST 80, AST 84, AST 85, AST 805

Öffnungszeiten

täglich 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Eintritt frei

Stand: 2020

Adresse / Koordinaten
Falkensteiner Str., 61462 Königstein im Taunus, Deutschland

(Lat: 50.183434 | Long: 8.475441)

Projektbezug
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Park | Tipps | Historischer Schauplatz