„Wir brauchen einen neuen Diskurs!“

15.11.2017: Rückblick auf Podiumsgespräch Grenzen der Meinungsfreiheit, 14. November, Evangelische Akademie Frankfurt

Haben wir das Debattieren verlernt? Das war eine der zentralen Fragen über die sich Prof. Dr. Ulrike Ackermann (Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung), Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer Börsenverein des Deutschen Buchhandels), und Achim Frenz (Leiter Caricatura Museum Frankfurt) beim gestrigen gut besuchten Podiumsgespräch „Grenzen der Meinungsfreiheit“ in der evangelischen Akademie Frankfurt vor über 70 Zuhörern ausgetauscht haben. Allein Künstler, hier Karikaturisten, scheinen den offenen Meinungsaustausch noch zu pflegen und die Grenzen auszuloten. Bedenklich stimme die zunehmende Skepsis der Bevölkerung gegenüber den „Leitmedien“ – Auseinanderdriften von öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung – sowie sogenannte "Echoblasen" in den sozialen Medien, die eigene Positionen verstärken. Beides Entwicklungen, die den Nährboden für rechts- wie linkspopulistische Ideologien bereitstellen. Auch waren sich die Podiumsteilnehmer einig, dass ein Toleranzverlust gegenüber den Freiheiten von Kunst und Wissenschaft und eine zunehmende Selbstzensur und Zurückhaltung beim Kundtun der eigenen Meinung zu beobachten sei.

Ein Fazit des von Isabel Reifenrath (Politikredakteurin, hr-info) moderierten Gesprächs war: Debatten dürfen nicht klein gehalten werden. Alle Meinungen müssen gehört werden, und es muss vor allem wieder gelernt werden, Position zu beziehen.

Das aktuelle Thema "Meinungsfreiheit gestern und heute" wird uns im Rahmen des Projekts "Geist der Freiheit" auch 2018 weiter beschäftigen. Weitere Veranstaltungen siehe Programmheft.

Auf dem Podium v.l.n.r.: Prof. Dr. Ulrike Ackermann, Achim Frenz, Isabel Reifenrath und Alexander Skipis; Foto: KulturRegion