Spannende Podiumsdiskussion beleuchtete "100 Jahre 8-Stunden-Tag - Arbeitszeit im Umbruch"

04.02.2019:

Unsere Arbeitswelt befindet sich aktuell im Umbruch und ist vielen neuen technischen und organisatorischen Herausforderungen ausgesetzt. Darüber waren sich die Teilnehmer*innen und das Publikum am 1. Februar 2019 im DGB-Haus in Frankfurt einig. Rund 130 Zuhörer*innen folgten gespannt der Podiumsdiskussion „100 Jahre 8-Stunden-Tag - Arbeitszeit im Umbruch“ und nahmen mit zahlreichen Wortmeldungen aktiv teil. Nach der Begrüßung durch Dr. Martin Gräfe (Leiter Landesbüro Hessen der Friedrich-Ebert-Stiftung), gab Magdalena Zeller (Projektleiterin „Geist der Freiheit“) einen kurzen historischen Impuls über die Ziele und Errungenschaften seit der Einführung des 8-Stunden-Tages 1918. Im Anschluss diskutierten Petra Rossbrey (Geschäftsführerin und Beirat Unternehmensverband UVF) aus Sicht der Arbeitgeber, Elke Barth (Abgeordnete im Hessischen Landtag) aus Sicht der Politik, Prof. Dr. Berthold Vogel (Geschäftsführender Direktor SOFI Göttingen) aus Sicht der Wissenschaft und Philipp Jacks (Geschäftsführer DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main) aus der Sicht der Gewerkschaften über ihre ganz persönlichen Arbeitszeitmodelle und die aktuellen Herausforderungen der Arbeitswelt.

Moderiert von Claudia Wehrle (hr-iNFO) kamen auf dem Podium und in den Publikumsbeiträgen viele Aspekte über die Bedeutung von Arbeit, ihre gesellschaftliche Wertigkeit, ihre Verdichtung, die zunehmende Flexibilität durch digitale Technologien und vor allem ihre notwendige Planbarkeit zur Sprache. Schlussfazit war, dass die beiden unterschiedlichen Welten, der zunehmende unregulierte Bereich entgrenzter Arbeitszeiten – teils von Selbstausbeutung geprägt - sowie der regulierte Bereich, der an der 8-Stunden-Tag- Norm festhält, zusammengebracht werden müssen. Dass ein Mehr an Flexibilität auch ein Mehr an Eigenverantwortung für jeden Einzelnen bedeuten sollte. Und dass gerade mit Blick auf die vielfältigen bestehenden aber auch neu sich entwickelnden Arbeitszeitmodelle klare Gesetze und Kontrollen notwendig sind. Hierfür müssten alle Bereiche zusammenarbeiten: Gewerkschaften, Politik, Arbeitgeberverbände und Wissenschaft.

Veranstaltet wurde die Podiumsdiskussion von der KulturRegion, dem FES Landesbüro Hessen, dem DGB Stadtverband Frankfurt, in Kooperation mit hr-iNFO.

Foto: KulturRegion FrankfurtRheinMain