Vortrag: Zwischen Hungerkrise und Bio-Boom – Essen und Arbeit im Rhein-Main-Gebiet 1917/18 bis zur Gegenwart

Projekt | Typ
Route der Industriekultur Rhein-Main | Vortrag/Lesung/Gespräch
Datum/Ort
am 19.02.2017 um 11:00h in Offenbach am Main

Redner: Vicente Such-Garcia:

In der Weimarer Republik und im NS-Staat war die gesicherte Lebensmittelversorgung ein erklärtes Anliegen staatlicher Politik. Im Zweiten Weltkrieg war ein innenpolitisches Hauptziel, trotz aller Einschränkungen eine Hungersnot und damit Revolten zu vermeiden. Die Jahre nach 1945 kamen denn auch nicht ohne Lebensmittellieferungen der Alliierten aus. Die staatliche Planwirtschaft musste in der Deutschen Demokratischen Republik sogar bis 1989 beibehalten werden. Im Westen hingegen wurde aus Wohlstand ein ungehemmter Überfluss: Neben „Fast Food“, „Fair Trade“ „Event Food“ gibt es vielerlei Spielarten der industrialisierten Lebensmittelindustrie. Zugleich entwickelt sich eine Gegenbewegung, die durch Variationen des Lebensmittelverzichtes (vegan, vegetarisch etc.) oder rigide Lebensmittelauswahl (biologisch, glutenfrei etc.) das Konsumverhalten verändert. Überhaupt wurde die Ernährungskultur der Bevölkerung bunter und vielfältiger, was auch die Etablierung von Lebensmitteln aus anderen Ländern und Kulturen im Rhein-Main-Gebiet betrifft (Spaghetti, Pizza, Hamburger, Döner etc.).

Optional: Anschließendes Mittagessen um 13 Uhr (Die Kosten für das Essen werden selbst getragen).

Ort: Haus der Stadtgeschichte, Herrnstraße 61

ÖPNV: (S) Offenbach Marktplatz

Veranstalter: Haus der Stadtgeschichte Offenbach