Aktuelles 2011
Wegekultur in Kelkheim

Foto: Berndt Schulz
(31.10.11) Wie Zunder brennt oder welche Gegenständde ein
Hessen-Darmstädtischer Rheinbund-Soldat in seinem Tornister mit sich
führt, konnten die rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer rund
3-stündigen Wanderung am Sonntag Nachmittag durch den Taunuswald bei
Kelkheim-Fischbach erfahren. Sie hatten sich im Rahmen des Projektes
„Wegekultur“ der KulturRegion „auf die Spuren von
Vagabunden, Räubern und fahrenden Krämern im Taunus“
gemacht.
Abseits der großen Handels- und Geleitsstraßen wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts der Vordertaunus als Rückzugsort für allerlei fahrendes Volk genutzt, das im Zuge der Revolutionswirren und während der napoleonischen Kriege heimatlos geworden war.

Foto: Berndt Schulz
Dr. Mark Scheibe, stilecht gewandet als „fahrenden Geselle“ mit Ränzel, doppeltem Halstuch und Knüppelstock, trug an verschiedenen Stationen auf dem Weg aus seinem reichen Quellenfundus vor. Auf dem „Schinderhannespfad“ – einer Marketingidee des Taunus-Clubs - räumte er schließlich mit der romantischen Idealisierung des Räuberhauptmannes Johannes Bückler, vulgo Schinderhannes auf, der angeblich den Reichen nimmt, um den Armen zu geben, denn derr Schinderhannes war nicht mehr und nicht weniger als ein gewöhnlicher Verbrecher. Nur gut, dass die Räuberbanden des 21. Jahrhunderts ihr Unwesen längst nicht mehr im Taunuswald treiben, so dass die Teilnehmer der Führung bei einbrechender Dunkelheit unbehelligt die Bushaltestelle in Eppenhain erreichten.
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