Archiv 2011
Vortrag über „Pflanzen mit Migrationshintergrund“ am 13. Juli im Institut für Stadtgeschichte

Foto: Dr. Indra Starke-Ottich
(5.7.2011) „Neophythen – Kolonisten im Frankfurter
GrünGürtel“ heißt der nächste Vortrag in
der sechs-teiligen Vortragsreihe „Pinien, Palmen, Pomeranzen –
Frankfurter Parkgeschichten“ im Dormitorium des Frankfurter Instituts
für Stadtgeschichte. Referentin ist Dr. Indra Starke-Ottich vom
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt am Main.
Von eigenen Reisen mitgebracht oder durch Tausch und Handel erworben
– Pflanzen aus fernen Ländern waren stets in unseren
Gärten beliebt.
Doch nicht alle lassen sich dauerhaft hinter dem Gartenzaun halten! Sagt
ihnen das Klima zu, helfen ihnen z. B. Wind, Tiere oder unbedacht abgelagerte
Gartenabfälle zu Kolonisten zu werden, zu Neueinwanderern, den sogenannten
Neophyten.
Das Fremde kommt meist, aber doch nicht immer, durch bewusste Auswahl in die
hiesigen Gärten. Wer achtet schon auf die kleinen Pflänzchen, die
sich unter den üppigen Blättern des gekauften Strauches verstecken?
Wer weiß, welche Samenkörner im Blumentopf sind? Das Fremde in
unseren Gärten und darum herum ist nicht immer groß und
schön, kann aber trotzdem zum erfolgreichen Kolonisten werden!
Draußen angekommen, ist vieles möglich, jede Pflanzenart hat ihre eigene Geschichte. Manche verändern sich und passen sich dem Leben hier an, bis sie zu einer neuen Art geworden sind. Mitunter treffen sich bei uns zwei Fremde, die sich in ihrer Heimat nie begegnen können. Die Folge solcher Begegnungen können Nachkommen sein, die nirgendwo zu Hause sind: Sie gehörten bisher nicht in unsere Landschaft, aber eine andere Heimat haben sie auch nicht.
Manche Arten werden außerhalb der Gärten sehr häufig, einige machen uns sogar Angst und werden bekämpft. Doch die meisten werden einfach ein Teil unserer Umgebung. Sie gehören dazu und werden schon bald nicht mehr als fremd und besonders wahrgenommen.
Beginn 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei!
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