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Archiv 2011

Schauobjekt Tier. Der Zoologische Garten in Frankfurt am Main


Abbildung: Max Slevogt
(06.06.2011) Der 1874 (neu-) gegründete Frankfurter Zoo wurde als abwechslungsreicher Landschaftspark mit reicher Bepflanzung, gewundenen Wegen, See und zahlreichen aufwendig gestalteten Tierhäusern angelegt. Sie waren ebenso repräsentativ wie bizarr. So erhielten die Antilopen ein „Schweizerhaus“, die Elefanten ein Gebäude im maurischen Stil. Der Garten sollte nicht nur zoologische Bildung vermitteln, sondern den Stadtbewohnern in der Zeit der Hochindustrialisierung auch Erholung und Unterhaltung bieten.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Zeit um 1900, als durch den wachsenden Import aus den Kolonien die Zahl exotischer Tiere stieg und zusammen mit den heimischen Tieren insgesamt 600 Arten verzeichnet wurden. Einerseits sollte die fremde Tierwelt, besonders die Raubtiere im Käfig, die Herrschaft über das „Wilde“ vor Augen führen, andererseits versprach die Werbung die unmittelbare Anschauung der „Tiere aller fremden Zonen in der Intimität ihres Lebens von der Geburt bis zum Tod“. Max Slevogt, der neben Max Liebermann und Lovis Corinth führende deutsche Impressionist, kam 1901 eigens nach Frankfurt, um im Zoo zu malen. Er richtete seinen unbestechlichen Blick auf die ihn befremdende Präsentation der Tiere und schuf zahlreiche beeindruckende Bilder, die ein neues, modernes Verständnis des Zoologischen Gartens vermitteln.

Termin: Mittwoch, 15. Juni 2011, 18 Uhr
Titel: Schauobjekt Tier. Der Zoologische Garten in Frankfurt am Main
Referentin: Prof. Dr. Ellen Spickernagel, Frankfurt

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