Aktuelles 2010
Startschuss für das Projekt „Wegekultur“ in Hattersheim
(29.09.2010) Eine Zeitreise in die Vergangenheit erlebten die Hattersheimer und zahlreiche Gäste aus der Region bei der Auftaktveranstaltung des neuen Projektes „Wegekultur“ der KulturRegion FrankfurtRheinMain am vergangenen Samstag.

Foto: Mechthild Baukholt
Mitglieder des Vereins „Seligenstädter Kaufmannszug“ holperten mit großem Gefolge mit ihren Planwagengespannen über die Frankfurter Straße in Hattersheim und bogen wie Anno dazumal durch die große Hofeinfahrt in den „Nassauer Hof“ ein, spannten ihre Pferde aus und wärmten sich am offenen Feuer. Im Innenhof wurden sie von Hattersheimer Bürgermeister Hans Fransen und zahlreichen Besuchern willkommen geheißen. Am offenen Feuer brutzelten bereits die Spanferkel, Musikanten zogen auf – während im 1. Stock des „Nassauer Hofes“ eine Ausstellung zu „Wegekultur“ eröffnet wurde.

Foto: Mechthild Baukholt
In einem ersten Schritt beschäftigt sich das Projekt „Wegekultur“ mit der mittelalterlichen Köngisstraße VIA REGIA, die von Kiew über Warschau
und Krakau, Görlitz, Leipzig, Frankfurt, Mainz, Paris nach Santiago die Compostella führt und an der auch Hattersheim am Main liegt.
Mit dem Ensemble „Nassauer Hof“ und altem Posthof hat sich in Hattersheim ein architektonisches Ensemble erhalten, das die Postkutschenzeit
vergangener Jahrhunderte problemlos wieder auferstehen lässt. Die seit 2005 zur Kulturstraße des Europarates erhobene Ost-West-Magistrale
hat seit der deutsch-deutschen Einigung und der EU-Erweiterung neue Bedeutung erlangt. Sie war nicht nur eine der bedeutendsten Handelsstraßen Europas,
sondern ebenso Militär- und Pilgerweg.
Zuvor hatte Prof. Matthias Gather aus Erfurt einen einführenden Vortrag über die „VIA REGIA – Europäische Entwicklungsachse zwischen Ost und West?“
im Alten Posthof in Hattersheim gehalten, der vor allem gegenwartsbezogene Fragen aufwarf.
Die Veranstalter, die Stadt Hattersheim als Ausrichterin der Veranstaltung und die KulturRegion FrankfurtRheinMain
als Initiatorin des Projektes zeigten sich mit dem Verlauf sehr zufrieden und freuten sich darüber, dass der Wettergott ein Einsehen hatte und es nicht regnen ließ.
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