Pressemitteilungen 2011
Vortragsreihe „Pinien, Palmen, Pomeranzen“ Frankfurter Parkgeschichten Teil 2 im Institut für Stadtgeschichte
Das Fremde und Exotische gehören zu Frankfurt am Main wie Goethe und die Grüne Soße. Das gilt auch für die Gartengeschichte in der Main-Metropole.
Frankfurter Parkgeschichten, die im vergangenen Jahr begonnene gemeinsame Vortragsreihe des Instituts für Stadtgeschichte und der KulturRegion FrankfurtRheinMain mit ihrem Projekt GartenRheinMain, widmet sich – passend zum Jahresthema 2011 „Pinien, Palmen Pomeranzen – Fremde Welt in heimischen Gärten“ dem Einfluss des Exotischen und Fremden auf die Gartenkunst, die hier stellvertretend für alle Künste steht.
Wussten Sie, dass in Frankfurt am Main bereits Ende des 16. Jahrhunderts Kartoffeln angebaut wurden? Die ursprünglich aus Südamerika stammende Pflanze gelangte zusammen mit der Tulpe durch den niederländischen Botaniker Carolus Clusisus (1526 – 1609) nach Frankfurt. Mit dem Thema „Tulpen und Tartuffeln – Exotische Pflanzen in Frankfurt am Main“ beginnt die sechsteilige Vortragsreihe, die von 18. Mai bis 27. Juli im vierzehntägigen Rhythmus immer um 18 Uhr im Dormitorium des Instituts für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster stattfindet. Der Eintritt ist frei.
Die Geschichte des Frankfurter Botanischen Gartens (1.6.) steht ebenso auf dem Vortragsprogramm, wie die des Zoologischen Gartens (15.6.), denn auch Tiergärten und Menagerien gehören zur Gartenkunstgeschichte. Der Bergpark Villa Anna in Eppstein im Taunus mit seinen Mammutbäumen und Hemlocktannen – einst von der Frankfurter Bankiersfamilie von Neufville als Villenpark im Taunus veranlasst – steht im Zentrum des Vortrags am 29.6. Um ungebetene pflanzliche Neueinwanderer, so genannte Neophyten, wird es am 13.7. gehen. Den Abschluss bildet schließlich am 27.7. ein Vortrag zu der Frankfurter Pflanzen- und Landschaftsmalerin Louise von Panhuys, die Anfang des 19. Jahrhunderts Surinam bereiste und prachtvolle Pflanzenporträts und stimmungsvolle Landschaften nach Frankfurt zurück brachte.
Es geht um den Zauber und die Faszination, die Exotisches und Fremdes seit jeher auf uns ausüben. Die Vortragsreihe berührt aber auch Themen, wie Kolonialismus, Entdeckerlust, botanisch-naturwissenschaftlich Forschung, Macht und Einfluss. Seit dem 15. Jahrhundert kamen exotische Gewürze, Pflanzen, Samen und andere Luxuswaren auf die europäischen Messen und Märkte und Frankfurt war als alte Messestadt schon immer ein Warenumschlagplatz erster Güte.
Wir danken der Stiftung Polytechnische Gesellschaft für die großzügige Unterstützung.
Weitere Infos unter www.gartenrheinmain.de und www.stadtgeschichte-frankfurt.de



