Aktuelles 2011
Goldene Äpfel in der Hanauer Orangerie
(4.7.2011) Sogar königliche Hoheiten und ein Hofgärtner waren gestern, Sonntag, 3. Juli zu Gast bei der Sonntags-Matinee in der Hanauer Orangerie von Schloss Philippsruhe. Sie war Schauplatz einer GartenRheinMain-Fokusveranstaltung, die sich im Juli mit Orangerien und Zitrusfrüchten befasst. „Pinien, Palmen, Pomeranzen – fremde Welt in heimischen Gärten“ lautet das GRM-Jahresthema 2011, bei dem es um exotische Einflüsse auf die europäische Gartengeschichte geht. Die kostbaren nicht winterharten Kübelpflanzen, wie Pomeranzen (Bitterorangen), Orangen, Zitronen, Myrthen, Granatäpfel, Oleander, Ananas etc. waren im 17./ 18. und noch im 19. Jahrhundert heiß begehrt und mussten in heizbaren Orangerien und Gewächshäusern überwintern. Die 1721 errichtete eindrucksvolle barocke Hanauer Orangerie gehört mit zu den größten und ältesten in Deutschland. Hier wurden noch Anfang des 19. Jahrhunderts 400 Zitruspflanzen gehalten, Zeichen von Macht und Reichtum der Hanauer Grafen und späteren Landgrafen und Kurfürsten von Hessen-Kassel.
Heidrun Merk, Projektleiterin von GartenRheinMain stellte in ihrem Vortrag nicht nur die Baugeschichte und Entwicklung der Hanauer Orangerie vor, sie lüftete auch das Geheimnis um den Raub der drei goldenen Äpfel aus dem Gärten der Hesperiden, eine der zwölf Heldentaten des Herkules, auf den der Mythos der Zitruspflanzen zurück geht. Wer solche immergrünen und exklusiven Pflanzen besaß, die gleichzeitig blühen und Früchte fragen, so der Mythos, war selbst ein Herkules und gleichsam unsterblich.
Im Anschluss an den Vortrag las Dieter Grimm, Intendant der Märchenfestspiele, zusammen mit seinem Schauspielerteam Amüsantes und Traditionsreiches Rund um das Thema Zitrone und Co. vor. Musikalisch umrahmt wurde er von klassischen Gitarrenklängen.
Die rund 120 Teilnehmer lauschten gespannt und waren begeistert.

Foto: Katharina Tschauder
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